Trauerberichte

„wenn liebe einen Weg zum Himmel fände und erinnerungen zu Stufen, so stiegen wir hinauf und holten dich zurück“
ja, das lese ich jedes mal, wenn ich meinen Sohn besuche. auf dem Friedhof. in einem kleinen weißen Sarg. umgeben von Steinen die ich am Meer gesammelt habe. das ist sein kleiner Ort. geschmückt hier und da mit Spielzeug Autos, Windmühlen und Kuscheltieren. 3,5 jahre ist es nun her, der schlimmste Gang meines Lebens. meinen Sohn gehen zu lassen. 
3,5jahre in denen ich seinen Zwillingsbruder aufwachsen sehe. glücklich und doch mit so viel Schmerz. sehe ich ihn lachen, weint mein Herz zeitgleich. denn es sollten 2 kinderlachen sein. 2 kleine jungen die bei dem Wetter im plantschbecken spielen. 2 jungs die sich raufen, toben und nach mami rufen. und manchmal wenn ich die Augen schließe…. ist es mir so als wäre er da. mein zweiter Junge. auf der Terrasse….. und dann kommt die Realität zurück die bittere Wahrheit dass mich mein Verstand getäuscht hat. die Wahrheit dass er niemals wieder kommt. die Wahrheit dass Menschen nicht über Kinder reden die nicht zu sehen sind. und das zerreißt mein Herz. jeden verdammten Tag. ja ich bin eine Mama von einem jungen der in den Sternen lebt. und ich vermisse ihn jeden Tag. ich will dass er da ist. ich will darüber reden. weil es sich dann anfühlt als wäre ein Teil von ihn lebendig. ich habe kein Kinderzimmer für ihn. kein babybett gehabt. was mir bleibt ist dieses kleine Stückchen auf dem friedhof…. und wenn ich da bin erwische ich immer wieder Leute die zu mir schauen. auf den Namen auf dem Stein. Leute die absichtlich an diesem Weg vorbei gehen nur um wie Schaulustige mein Schicksal anzusehen. aber das mal jemand stehen bleibt und mich anspricht? nein schnell weg. hauptsache gucken. oh mein Gott ein kindergrab. gucken, das können sie. ich komme mir vor wie im Zirkus. mein toter Sohn und ich als weinende Mama sind die Attraktion. aber liebe Menschen, wenn ihr eine mama oder einen Papa am Grab eines Kindes stehen seht, dann geht weiter ohne zu gucken. oder geht hin und sprecht uns an. uns, die Eltern von diesen Kindern die nicht bei uns sein dürfen. macht nicht die Augen zu wenn ihr eh schauen wollt. habt Mut und meidet nicht das Thema sternenkind. das ist mein Wunsch. ich möchte gehört werden damit mein Sohn so eine Chance hat zu leben….

von Claudia Schlägel Facebook
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